Was ist Taurin: Wirkungen und Eigenschaften

Taurin ist eine Aminosäure, die aufgrund ihrer anregenden Wirkung häufig in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Doch ist dies wirklich seine Funktion? Eigenschaften und wohltuende Wirkung der Aminosäure L-Taurin.


Häufig wird in den Fachzeitschriften über die Aminosäuren gesprochen. Zu den „bekanntesten” zählen die verzweigten Aminosäuren mit der „Königin” der Proteinsynthese bzw. dem Leucin und Glutamin und in den letzten Jahren fand auch das Arginin seinen kommerziellen Ruhm. Über Taurin hört man kaum etwas, nur wenige Artikel beschreiben die Eigenschaften. Von ihm weiß man, dass es in zahlreichen Energy-Drinks enthalten und mit einer hohen Konzentration an Koffein kombiniert ist. Aber Vorsicht, bei ihm handelt es sich keineswegs um ein Stimulans, ganz im Gegenteil, man kann es als Aminosäure mit stabilisierender Wirkung auf das Nervensystem bezeichnen. Die von Taurin im Gehirn ausgelöste Leistungsverbesserung ist mit einer erneuerten, geistigen Frische verbunden, die sich auf die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Fähigkeit, Anstrengungen zu bewältigen, und zahlreiche andere Funktionen positiv auswirkt. Aus diesem Grund wird es Energy-Drinks hinzugefügt, um die Wirkung von Koffein zu erhöhen. Seine Wirkung in den „Energy-Drinks” findet in den klinischen Studien bisher noch keine bezeichnende Dokumentation.

Im Gegensatz zu den anderen Aminosäuren ist Taurin nicht in die Proteinstrukturen eingebaut, doch kommt es in dem intrazellulären Bereich bestimmter Gewebe wie Aminosäure in freier Form vor und führt mehrere Funktionen aus.

Es wird nicht als eine essentielle Aminosäure klassifiziert, doch handelt es sich bei Taurin um die zweite, im Skelettmuskel am häufigsten vorkommende Aminosäure, die auch in anderen Geweben mit hohen Konzentrationen, wo hohe Energieniveaus erforderlich sind, zu finden ist. Wie ich schon zuvor erwähnte, hat Taurin verschiedene wichtige Funktionen, es weist entzündungshemmende und wohltuende Eigenschaften auf, die sich positiv auf das Nervensystem auswirken, und senkt zudem den Blutdruck. Es spielt eine bedeutende Rolle in der Neurotransmission, der Membranstabilisierung und der neurologischen Entwicklung. Unter diesen zahlreichen Funktionen besitzt es unter anderem die Eigenschaft, durch die Bildung von Gallensäuren auch die Verdauung und Resorption von Fetten zu erleichtern. In der Tat stellen die Benutzer insbesondere am Anfang eine deutliche Verbesserung der Digestion sowie eine Senkung des Cholesterinspiegel fest. Ein Thema, das häufig in meinen Artikeln behandelt wird, ist die Verbesserung der Insulinresistenz, wodurch es auf einen ersten Blick offensichtlich wird, dass diese und andere Vorteile insbesondere für Bodybuilder, Fitness-Liebhaber und für allgemeine Sportler von größtem Interesse sein können.

Vorteilhafte Wirkung auf die Leistungen

Einer gewissen wissenschaftlichen Literatur nach verfügt Taurin in kardiovaskulärer Hinsicht über positive Auswirkungen sowohl in Bezug auf den Bluthochdruck, da es die Produktion von Angiotensin hemmt und demnach den Blutdruck senkt, als auch auf das Cholesterin und die Triglyceride, da es deren Bildung entgegenwirkt und die Gefahr eines Schlaganfalls durch Fettansammlung in den Arterien verringert. Doch nicht nur dies: Durch Regulierung der Calciumhomöostase verbessert es die Kontraktionsfähigkeit des Herzens und gleichzeitig die Durchblutung der Muskulatur. Die verbesserte Kontraktionsfähigkeit, kombiniert mit einer effizienteren Sauerstoffversorgung des Gewebes, führt zu einer beachtlichen Verminderung des Ermüdungsgefühls und demnach zu einer Verbesserung der Leistungen, sofern es vor dem Training eingenommen wird, oder der Regenerierungszeit, wenn es nach dem Training verabreicht wird.

Seine Kombinierung mit anderen Aminosäuren wie Glutamin oder Kreatin wird empfohlen, da Taurin eine hydratisierende Wirkung auf die Zellen ausübt, was zu einer schnelleren Regenerierung und zu besser hydratisierten Zellen führt (wir wissen sehr genau, was dieses in biologischer Hinsicht bedeutet).

Wirkung auf das zentrale Nervensystem

Diese Rolle zählt meines Ermessens nach zu den wichtigsten Besonderheiten dieser Aminosäure. In starken physischen und psychischen Stresssituationen betrachte ich es als ausgezeichnetes Mittel, um einen erregten Zustand zu stabilisieren, was uns schließlich in einen ruhigeren Zustand und somit in den Zustand der Regenerierung versetzt. Dies ist darauf zurückzuführen, da Taurin im Hinblick auf das zentrale Nervensystem wie ein hemmender Neurotransmitter wirkt und aus diesem Grund in Fällen von Epilepsie und Depressionen eingesetzt wird. Taurin wird gewöhnlich von Ausdauersportlern und Bodybuildern als Puffer gegen Krämpfe verwendet und verhilft zu einer schnellen Linderung von Muskelschmerzen und zur Regenerierung bei Erschöpfungszuständen. Doch persönlich bin ich davon überzeugt, dass sich seine beste Wirkung in Angstzuständen und besonders starken Stresssituationen zeigt, in denen ich darauf abziele, die Person so schnell wie möglich vom „Adrenalin”-Zustand in einen „ruhigen” Zustand, der direkt zur Regenerierung führt, zu versetzen. Denn wenn wir unter chronischem Stress stehen, steigt der Cortisolspiegel mit all seinen negativen Folgen. Die beruhigende Wirkung ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass gerade das Taurin selbst die Produktion des Neurotransmitters GABA fördert. Durch Erhöhung des Spiegels hilft Taurin wie ein wahres Adaptogen Angst- und psychphysische Stresssituationen zu bewältigen. Niedrige Taurinspiegel versetzen das Nervensystem in einen Stresszustand „over responder” und bei chronischer Erregung steigt der Cortisolspiegel im System, was die Neigung zur Fettansammlung mit sich führt. In Kombination mit Magnesium, einem weiteren „Beruhigungsmittel” des zentralen Nervensystems, soll Taurin sich positiv auf die Schlafqualität auswirken.

Indirekte Wirkung auf Gewichtsabnahme

Unser angesammeltes Bauchfett, bekannterweise Ursache für Entzündungen, stellt einen realen kardiovaskulären Risikofaktor dar. Taurin ist in der Lage, den Lipidspiegel im Blut auf signifikante Weise zu senken und die Glucoseverwertung zu verbessern. Taurin ist für seine positive Wirkung auf die Insulinempfindlichkeit bekannt und macht die Muskelzellen anfälliger für die Wirkung dieses starken Hormons und somit für die Aufnahme von Glucose und einigen Aminosäuren.

Wirkung auf hormoneller Ebene

Interessante Studien an Ratten (Taurine enhances the sexual response and mating ability in aged male rats. Yang J1, Lin S, Feng Y, Wu G, Hu J.) haben einen merklich positiven Einfluss auf die Häufigkeit der Erektionen, die auf die erhöhte Produktion von Stickstoffmonoxid zurückzuführen ist, sowie auf die Anzahl der Paarungen und eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit der Spermien belegt. Dieses Ergebnis weckte das „Interesse” der Pharmaindustrie, die die Aminosäure in die Liste der spezifischen Antioxidationsmittel für die männliche Unfruchtbarkeit aufnahm und diese zwei „Effekte” nutzte.

Formel der chemischen Struktur von Taurin

Formel der chemischen Struktur von Taurin

Bei Tierversuchen wurde zudem eine positive hormonelle Wirkung durch Erhöhung des Testosteron-, LH- und GnRH-Spiegels nachgewiesen, doch gibt es in Bezug auf den Menschen bisher keine sicheren wissenschaftlichen Daten darüber, ob Taurin wahrhaft eine deutliche endokrinische Wirkung ausübt. Daher halte ich diesen vermutlichen zu diesem Zeitpunkt noch nicht als eine zu berücksichtigende Eigenschaft.

Schutz des Sehvermögens

Taurin stellt die in der Netzhaut am häufigsten vorkommende Aminosäure dar und schützt das Auge vor verschiedenen Giftstoffen. Der Verlust von Dioptrien hat mehrere Ursachen, doch kann der oxidative Stress, bei dem Taurin die Rolle des Scavengers spielt und die Netzhaut schützt, wohl als erster Grund angeführt werden.

Haben wir demnach Bedarf daran?

Nur ein geringer, sehr kleiner Taurin-Anteil wird vom menschlichen Körper synthetisiert, daher ist es wichtig, es als Ergänzung oder mittels einer an tierischen Proteinen reichen Ernährung einzufügen. Oft kommt es vor, dass unter bestimmten Bedingungen der Tauringehalt gesenkt wird, wie beispielsweise bei intensiver körperlicher Aktivität. Deshalb können wir es wie das Glutamin als „teilweise” essentielle Aminosäure betrachten. Im Alter nimmt das Taurin im Gehirn zunehmend ab, wodurch sich eine Ergänzung für die Verbesserung der Gehirnfunktionen und des Gedächnisses als nützlich erweist, die die Entspannungs-/Regenerierungszustände sowie eine bessere Verwertung der Kohlenhydrate fördert. Die empfohlene Zufuhr beträgt etwa 1-3 g pro Dosis, die nach dem Training eingenommen werden sollten, um die „beruhigende” Wirkung für eine schnellere Regenerierung zu begünstigen, oder vor dem Training, wenn die Leistung erhöht werden soll und die anregende Wirkung des Stickstoffmonoxid mit erhöhter Durchblutung der Gewebe erwünscht ist. In Zeiten, in denen man länger andauernden Anstrengungen ausgesetzt ist, wird Taurin auch zur Einnahme vor dem Schlafengehen empfohlen, um die wohltuende Wirkung in Synergie mit einem erholsamen Schlaf zu nutzen. Eine weitere, für den Gesundheitszustand sicherlich hilfreiche Wirkung ist insbesondere die, die auf das Herz ausgeübt wird, doch dürfen wir nicht vergessen, dass es sich immer um einen Zellen hydratisierenden Wirkstoff handelt.


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